Afrika

Gesundheitsfunktionäre warnen vor Geldmangel bei Ebola-Ausbruch

Wenn keine 1,2 Milliarden Euro gesichert werden, kann der Ausbruch des Ebola-Virus nicht eingedämmt werden, erklärte der Generaldirektor des afrikanischen CDC, Jean Kaseya. Bisher wurde nur ein Bruchteil dieses Bedarfs zugesagt – und noch weniger ausgeschüttet.
Gesundheitsfunktionäre warnen vor Geldmangel bei Ebola-Ausbruch© Urheberrechtlich geschützt

Afrika benötigt etwa 1,2 Milliarden Euro, um auf den aktuellen Ebola-Ausbruch zu antworten, teilte die autonome Gesundheitsbehörde des Kontinents mit. Dies ist etwa das Dreifache bisheriger Schätzungen.

Ursprünglich wurde der Finanzbedarf, um zusammen mit der Weltgesundheitsorganisation und anderen Partnern Überwachung, Laborkapazitäten, Notfallvorräte und Teams für die schnelle Reaktion zu entwickeln, auf etwa 454 Millionen geschätzt.

Der Generaldirektor des Afrikanischen CDC (Center for Disease Control and Prevention; Zentrum für Krankheitskontrolle und -prävention), Jean Kaseya, sagte auf einer virtuellen Pressekonferenz am Donnerstag, die angepasste Schätzung gebe den explosiv gestiegenen Bedarf in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda wieder.

In den beiden zentralafrikanischen Nachbarstaaten sind seit dem mit dem Bundibugyo-Typ verbundenen Ausbruch, der am 15. Mai begann, mehr als 300 Menschen gestorben. Der Gesundheitsminister der DR Kongo sagte am Donnerstag, das Land habe mehr als 1.155 bestätigte Fälle zu verzeichnen und 304 Tote.

Am 18. Juni meldete Uganda 19 bestätigte Fälle, darunter zwei Tote, und auch einen mutmaßlich tödlichen Fall, so die WHO. Für den Typ Bundibugyo gibt es derzeit keinen genehmigten Impfstoff oder spezielle Behandlung.

Die WHO sagte, das Risiko einer größeren internationalen Verbreitung bleibe niedrig – auch nachdem das französische Gesundheitsministerium am Mittwoch berichtet hatte, Frankreich habe seinen ersten Ebola-Fall gemeldet. Hierbei handele es sich um einen Arzt, der von einer humanitären Mission in der DR Kongo zurückkehrte.

Kaseya sagte, die Gesundheitssysteme in der DR Kongo seien – insbesondere in der Provinz Ituri, dem Epizentrum des Ausbruchs – stark belastet, und die humanitären Bedingungen verschlechterten sich. Ituri, Nord-Kivu und Süd-Kivu werden schon seit Jahren von Angriffen bewaffneter Banden geplagt, und die Kämpfe haben massenhafte Vertreibungen von Einwohnern ausgelöst.

Das humanitäre Büro der Vereinten Nationen erklärte, allein in der Provinz Ituri hätten über eine Million Menschen ihr Zuhause verloren, was die Nachverfolgung von Kontakten erschwere, da Menschen vor Angriffen fliehen oder sich regelmäßig durch entfernte Gegenden bewegten.

Der Generaldirektor des CDC Afrika sagte weiter, bisher seien etwa 166 Millionen Euro Finanzierung zugesagt, aber erst 13 Prozent seien ausgezahlt. "Wenn wir diese 1,2 Milliarden nicht haben und dieses humanitäre Problem nicht lösen, werden wir diesen Ausbruch nicht stoppen", erklärte Kaseya laut Reuters.

Am Freitag übergab China, wie das CDC berichtete, 1,75 Millionen Euro an Notfallunterstützung, um den Ausbruch von Bundibugyo-Ebola einzudämmen und die betroffenen Mitgliedstaaten zu unterstützen.

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