Lateinamerika

Moskau bekundet "volle Solidarität" mit Havanna: Unterstützung für Kubaner wird fortgesetzt

Nachdem die USA den kubanischen Ex-Staatschef Raúl Castro angeklagt haben, mehren sich im Inselstaat Befürchtungen, dass es bald zu einer US-Operation gegen die Führung in Havanna kommen kann. In diesem Kontext bekräftigt Russland seine Unterstützung für das kubanische Volk.
Moskau bekundet "volle Solidarität" mit Havanna: Unterstützung für Kubaner wird fortgesetztQuelle: Legion-media.ru © Aleks Taurus

Bei ihrem täglichen Pressebriefing hat die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa erneut Russlands "volle Solidarität" mit Kuba bekräftigt. Am Donnerstag verurteilte sie jegliche Einmischungsversuche in die inneren Angelegenheiten des souveränen Karibikstaates. Einseitige Restriktionsmaßnahmen, Drohungen und Erpressungsversuche kritisierte die Diplomatin als inakzeptabel. Dabei betonte Sacharowa:

"Wir werden in dieser äußerst schweren Zeit unser kubanisches Brudervolk aufs aktivste unterstützen. Havanna ist über die Modalitäten und die grundsätzlichen Aspekte dieser Unterstützung informiert worden."

Die Diplomatin zeigte sich sicher, dass das "heroische Volk Kubas" seinen Mut und seine Konsolidierung bewahren und seine Interessen auch weiterhin "selbstlos" verteidigen werde. Die Kubaner hätten mehrmals ihre Hingabe an die Freiheit, Unabhängigkeit und soziale Gerechtigkeit gezeigt.

"Die Versuche der Regierung im Weißen Haus, mit ihrer langjährigen humanitären, finanziellen, handelswirtschaftlichen und zuletzt auch Energie-Blockade Kuba die Sanktionsschlinge um den Hals zu legen, spiegeln Washingtons Intoleranz gegenüber allem Andersdenken klar wider und verkörpern zynisch die wiederbelebte Monroe-Doktrin."

Gleichzeitig stellte Sacharowa fest, dass Washington Havanna nach wie vor grob unter wirtschaftlichen Druck setzte. Erst Anfang Mai habe das Weiße Haus neue Sanktionen gegen Unternehmen aus Drittstaaten verhängt, die im Inselstaat tätig seien. Das klare Ziel der USA sei es, Kuba wirtschaftlich ersticken zu lassen.

Am Mittwoch hatten die US-Behörden Kubas Ex-Staatschef Raúl Castro angeklagt. Der 94-Jährige soll US-Justizminister Todd Blanche zufolge in den Abschuss von zwei US-Zivilflugzeugen durch die kubanische Luftwaffe im Jahr 1996 verwickelt gewesen sein. Entweder komme er freiwillig – oder aber auf andere Weise, erklärte Blanche. US-Präsident Trump sagte wenige Stunden später, die USA würden "Kuba befreien". Er könne nicht sagen, wie es mit dem Inselstaat nun weitergehe.

Die Regierung in Havanna bezeichnete die Klage als politisch motiviert und ohne rechtliche Grundlage. Damit solle lediglich eine militärische Aggression gegen Kuba gerechtfertigt werden, erklärte Kubas Staatschef Miguel Díaz-Canel.

Kuba erlebt derzeit die wohl schwerste Energie- und Wirtschaftskrise in seiner Geschichte. Die ohnehin schon drakonische US-Blockade gegen den Karibikstaat, die seit Jahrzehnten andauert, wurde durch ein Dekret von US-Präsident Donald Trump vom 29. Januar dieses Jahres noch weiter zugespitzt. Der Republikaner betrachtet den Zehn-Millionen-Staat als Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA und hat Kuba dringend geraten, einem Deal zuzustimmen, bevor es "zu spät" sei. Unterdessen geht die Trump-Regierung davon aus, dass die kubanische Führung am Ende sei und "kurz vor dem Kollaps" stehe. Die Regierung in Havanna wiederum wirft den USA wegen ihrer aggressiven Geopolitik Faschismus und Völkermord vor.

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