Europa

Mangel an Alternativen: Finnland setzt auf Atomkraft

Jubel in Finnland: Erstmals seit 40 Jahren nimmt Finnland einen neuen Kernkraftwerksblock in Betrieb. Die finnische Atomaufsichtsbehörde erteilte grünes Licht für den Reaktor Olkiluoto 3. Für die finnische Ministerpräsidentin ist das die bislang klimaneutralste Alternative zur Stromerzeugung.
Mangel an Alternativen: Finnland setzt auf AtomkraftQuelle: Reuters © Lefteris Karagiannopoulos

In Finnland setzt man auf Atomkraft und baut diese weiter aus. Am Dienstag erreichte der neue Kraftwerksblock OL3 EPR im Südwesten Finnlands die erste Kritikalität. Ende Januar 2022 wird der Block an das nationale Netz angeschlossen und Strom liefern. Zunächst wird er mit einer Leistung von 30 Prozent operieren, was rund 500 Megawatt entspricht. Ab Juni 2022 ist dann die reguläre Stromerzeugung geplant, wobei OL3 EPR dann rund 14 Prozent des gesamten finnischen Strombedarfs abdecken soll. 

Marjo Mustonen, der Senior-Vizepräsident für Stromerzeugung, erklärte:

"Dieser Moment wird für immer als Beweis für die beharrliche Arbeit an der Inbetriebnahme unseres neuen Kraftwerksblocks in Erinnerung bleiben. Er zeugt von großer Professionalität im Bereich der Kernenergie und dem Willen, Finnlands größte Tat für das Klima in die Realität umzusetzen." 

Auch der Projektleiter von OL3, Jouni Silvennoinen, zeigte sich erfreut: 

"Ein wunderbarer Höhepunkt des Projekts wurde gemeinsam mit dem Anlagenlieferanten erreicht. Etwas noch Besseres steht uns im Januar bevor, wenn OL3 an das nationale Netz angeschlossen wird." 

Aufgrund von Protesten der Atomgegner hatte die finnische Regierung 1993 den Neubau von Kernkraftwerken eingestellt. Dies war aber nur vorübergehend der Fall, denn im Jahr 2003 wurde der Bau eines neuen Reaktors ausgeschrieben.

Die Inbetriebnahme des dritten Kraftwerksblocks in Olkiluoto hatte sich jahrelang verzögert. Für die finnische Ministerpräsidentin Sanna Marin aber steht fest, dass es bislang keine bessere Alternative gibt. Zwar werde man weg von fossilen Brennstoffen hin zu erneuerbaren Energien gehen, aber die Atomkraft helfe auf dem Weg dorthin. Bis zum Jahr 2029 werde Finnland den Kohleausstieg vollzogen haben: 

"Uns ist jedoch bewusst, dass in Zukunft, also in den nächsten Jahrzehnten, Atomkraft nicht mehr Teil unseres Energie-Mixes sein wird. Aber bis wir die erneuerbaren (Energien) haben, ist sie eine klimaneutrale Form von Energie."

Spätestens Ende des kommenden Jahres will man sich in Deutschland von der Nuklearenergie verabschiedet haben. Als Grund für diesen Schritt werden die Klimaziele genannt. Den Anstoß dafür gab 2011 die nukleare Katastrophe im japanischen Fukushima. Während ihrer Amtszeit hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel angekündigt, dass bis zum Jahr 2050 erneuerbare Energien 80 Prozent des Stroms ausmachen sollten. 

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