Nordamerika

Berichte: USA erwägen Lieferung weitreichender Artillerieraketen-Systeme an die Ukraine

Die USA erwägen angeblich die Lieferung von Artillerie-Systemen mit weitreichenden Raketen an die Ukraine. Das berichtet der US-Sender CNN unter Berufung auf anonyme US-Beamte. Allerdings zögert die Administration des US-Präsident Joe Biden noch.
Berichte: USA erwägen Lieferung weitreichender Artillerieraketen-Systeme an die UkraineQuelle: Gettyimages.ru © Ofer Zidon/Stocktrek Images

Die USA überlegen offenbar, der Ukraine moderne Mehrfachraketen-Systeme mit einigen Hundert Kilometern Reichweite bereitzustellen. Das berichtete der US-Sender CNN am Donnerstag unter Berufung auf mehrere US-Beamte. Die Biden-Regierung debattiere demnach darüber, die beiden Systeme im Rahmen ihres nächsten Unterstützungspakets an Kiew zuzusichern.

Hochrangige ukrainische Regierungsvertreter, darunter Präsident Wladimir Selenskij, hatten zuletzt mehrfach von den USA gefordert, der Ukraine das sogenannte Multiple Launch Rocket System (MLRS), ein mobiles Mehrfachraketenwerfer-Artilleriesystem, sowie das mit denselben Raketen bestückbare High Mobility Artillery Rocket System (HIMARS), auf einem leichteren Radfahrzeug, zur Verfügung zu stellen. Die in den USA hergestellten Waffensysteme können Raketen über mehrere Hundert Kilometer abfeuern, heißt es in dem CNN-Bericht.

US-Präsident Joe Biden und seine Kabinettsmitglieder sorgten sich den Informanten zufolge derzeit allerdings, ob die Entsendung von immer schwereren Waffen an die Ukraine von Russland als Provokation aufgefasst werden könne, die Vergeltungsmaßnahmen Moskaus gegen die USA nach sich ziehen könnte.

Ein Hauptproblem, so die Quellen gegenüber CNN, sei die große Reichweite der Raketensysteme. Die von den beiden Waffensystemen abgefeuerten Geschosse, können je nach Art der Munition bis zu 300 km weit fliegen. Sie werden von einem mobilen Fahrzeug aus auf landgestützte Ziele abgefeuert, was es den Ukrainern somit ermöglichen würde, Ziele weit innerhalb Russlands zu erreichen.

Es ist davon auszugehen, dass die Ukraine bereits zahlreiche grenzüberschreitende Angriffe auf Russland durchgeführt hat, was von ukrainischer Seite bislang angeblich weder bestätigt noch dementiert wird. Moskau hatte zuvor mehrfach öffentlich erklärt, dass jede Bedrohung Russlands eine erhebliche Eskalation in dem Konflikt bedeuten würde. "Die Lieferung von Waffen durch westliche Länder an die Ukraine, die in der Lage sind, Angriffe auf russisches Territorium durchzuführen, wird ein Schritt in Richtung einer inakzeptablen Eskalation der Spannungen sein", erklärte der russische Außenminister Sergei Lawrow gegenüber RT Arabia.

Die Biden-Administration sorge sich zudem, ob die USA es sich überhaupt leisten könne, so viele hochwertige Waffen aus den Beständen des US-Militärs abzugeben, heißt es in dem CNN-Bericht weiter. Auf die Frage, ob die USA der Ukraine die Systeme bereitstellen würden, entgegnete US-Verteidigungsminister Lloyd Austin am Montag bei einer Pressekonferenz lediglich: "Ich möchte dem Prozess der Bedarfsermittlung nicht vorgreifen."

Die Debatte über das MLRS ähnelt derjenigen, die geführt wurde, bevor die USA im letzten Monat beschlossen, schwerere Haubitzen mit großer Reichweite in die Ukraine zu schicken. Die Waffenlieferungen konzentrierten sich auf die Panzerabwehrraketen Javelin und die Kurzstrecken-Flugabwehrraketen Stinger sowie auf Kleinwaffen und Munition. Die Haubitzen vom Typ M777 stellten seinerzeit eine erhebliche Steigerung der Reichweite und Leistung im Vergleich zu früheren Systemen dar, aber selbst diese haben nur eine Reichweite von etwa 25 Kilometern.

Abhilfe könne damit geleistet werden, der Ukraine Raketensysteme mit geringerer Reichweite zur Verfügung zu stellen, so die Quellen gegenüber CNN. Dies werde ebenfalls in Erwägung gezogen. Vor jedem Abzug aus den eigenen Waffenbeständen werde allerdings vorab zuerst geprüft, ob die Entnahme mögliche Auswirkungen auf die militärische Einsatzbereitschaft der USA selbst haben könne. Bei den bisherigen Entnahmen von Waffensystemen sei das Risiko demnach "relativ gering" gewesen, sagte der Vorsitzende des US-Generalstabs General Mark Milley am Montag. Das Militär beobachte "sehr, sehr sorgfältig", um sicherzustellen, dass die Bestände nicht unter ein Niveau sinken, das ein größeres Risiko darstellen könne, fügte er hinzu.

Pentagon-Beamte trafen sich vergangene Woche bereits mit dem CEO von Lockheed Martin, um über die Lieferung und die Produktionssteigerung des MLRS-Systems zu sprechen, sagte eine mit dem Treffen vertraute Quelle gegenüber CNN. Das Treffen fand demnach unter der Leitung eines US-Unterstaatssekretärs für Beschaffung und Instandhaltung, Bill LaPlante, statt. Zwei weitere US-Beamte erklärten CNN zudem, dass auch das Vereinigte Königreich überlege, der Ukraine die beiden Raketenartillerie-Systeme bereitzustellen.

Der demokratische Abgeordnete Jason Crow aus Colorado, der Anfang des Monats an einer Delegationsreise des US-Kongresses nach Kiew teilnahm, hat hingegen keine Bedenken, der Ukraine die beiden Waffensysteme zur Verfügung zu stellen. Im Gespräch mit CNN sagte er, er glaube, dass die Systeme der Ukraine helfen könnten, einen bedeutenden Impuls gegen Russland zu setzen:

"Um ehrlich zu sein, denke ich, dass sie nicht nur für offensive Angriffe, sondern auch für die Verteidigung von entscheidender Bedeutung sein könnten."

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